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Archiv der Kategorie Bibliothek & Information

Buchbeitrag: Um mutig dorthin zu gehen, wo niemand zuvor gewesen ist

 Social Web – politische und gesellschaftliche Partizipation im Netz

Kaiser, Ronald: Um mutig dorthin zu gehen, wo niemand zuvor gewesen ist. In: Caesar, Ingo: Social Web – politische und gesellschaftliche Partizipation im Netz. 1. Aufl. Berlin: Simon Verlag für Bibliothekswissen, 2012, S. 105–111

115 Seiten,
ISBN 978-940862-33-4
21,00 €

Politische Implikationen der neuen Kommunikationsformen im Netz und das Social Web oder auch Bibliothek 2.0 werden analysiert. Scharfsinnige Beobachtungen der Gegenwart ermöglichen Prognosen für die zukünftige Nutzung des Webs und seiner Möglichkeiten zur politischen Partizipation. Einer positiven Bewertung der politischen Teilhabe aller Bürger durch das Netz stehen kritische Beobachtungen aus der gegenwärtigen Situation politischer Beteiligung gegenüber. Parteien und ihr administratives Handeln werden kritisch hinterfragt. Die Rolle der Bibliothek bei der Ausbildung einer für den Bürger immer notwendiger werdenden Informationskompetenz wird heraus gestellt.

Mein Schlußwort zum Buch ist auch in deutscher und polinischer Sprache hier abrufbar.

Zeitschriftenbeitrag: 1. Praxistage der DGI in Karlsruhe

Kaiser, Ronald: 1. Praxistage der DGI in Karlsruhe. In: eDITion 2(2011), S. 33
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FaMI-Treff und LIS-Corner – Der Nachwuchs stellt sich vor

Zugleich im Blog der Buchmesse Frankfurt.

In direkter Nachbarschaft präsentiert sich der Nachwuchs der Branche in der Halle 4.2.

Die Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste, auch als FaMI bekannt, informieren über ihr vielfältiges Berufsfeld. Nur wenigen ist bekannt, dass die Ausbildung neben den klassischen Einsatzfeldern in Archiven, Bibliotheken, Informations- und Dokumentationseinrichtungen auch in Richtung der Bildagenturen und der Medizinischen Dokumentation gehen kann. Einen tieferen Einblick in das Berufsfeld zeigt auch der FaMI Film, der zu jeder vollen Stunde am Stand präsentiert wird.

An der LIS-Corner herrscht geschäftiges Treiben. Zum einen natürlich um die Besucher über die vielfältigen Studiengänge mit ihren unterschiedlichen Schwerpunkten zu informieren. Dieses Jahr sind die
Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft
Hochschule Darmstadt, Fachbereich Media – Studiengang Informationswissenschaft
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Department Information
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, Studiengang Bibliotheks- und Informationswissenschaft
Fachhochschule Köln, Fakultät für Informations- und Kommunikationswissenschaften
Fachhochschule Potsdam, Fachbereich Informationswissenschaften

präsent. Aber auch der Austausch untereinander kommt nicht zu kurz, denn aus den unterschiedlichen praxisnahen Projekten und den Erlebnissen von den weltweiten Aufenthalten im Praxissemester gibt es viel zu berichten.

Einige mögen sich jetzt die Frage stellen, ob denn der Beruf mit Büchern überhaupt spannend sein kann. Dazu habe ich mich am Stand bei den Auszubildenden und Studierenden einmal umgehört.

PDA Patron Driven Acquisition – Fluch oder Segen für die Branche?

Zugleich im Blog der Buchmesse Frankfurt.

Ist PDA die Erwerbungsform der Zukunft? Verärgert PDA den Buchhandel? Wird die Bibliothek zukünftig nur noch kundengesteuert? Was wird aus dem Bestand und wie verhält es sich mit der Mehrfachnutzung? Dies wurde rege auf der SPARKS Stage in der Halle 4.2 diskutiert.

Der Gedanke der Partizipation schlägt sich auch in Bibliotheken nieder. Während zu früheren Zeiten das höchste Maß an Mitwirkungsmöglichkeiten noch der Anschaffungsvorschlag war, hat inzwischen ein erstes Umdenken eingesetzt. Weg von einer institutionsbezogenen, hin zu einer nutzungsgesteuerten Beschaffung von Medien. Natürlich bieten neue Ansätze viele Chancen. Doch auch die bestehenden Partner in der Landschaft der Wissenschaftspublikation wollen wissen, wo sie bleiben.

Dr. Eric Steinhauer zu PDA in Bibliotheken auf YouTube

So stellt sich die Frage, ob der Buchhandel für sich noch ein mit PDA verträgliches Geschäftsmodell findet und welche neuen Qualifikationen für das Personal hierfür notwendig sind. Verliert der Fachreferent in der Bibliothek seine Existenzberechtigung, oder muss dieser sich zukünftig verstärkt anderen Aufgaben widmen. Kann der Nutzer in der Informationsflut bestehen und hat dieser schon heute die Informationskompetenz nicht nur zum Finden, sondern auch zur Selektion und Aufbereitung der Datenbestände. Und wie sieht es hinsichtlich seiner Fähigkeiten zur qualitativen Bewertung von Informationen aus? Verpassen die großen Hoster von Fachinformation ohne PDA hier nicht eine Entwicklung und wie lässt sich der Angst von Verlagen entgegentreten, dass nicht mehr nur das Medium an sich verkauft wird, sondern letztendlich der Inhalt.

Diskussion verpasst?
Die komplette Disskussion können Sie hier komplett nachhören. (30 MB)

Kurzbiografien der Podiumsteilnehmer:
Dorothea Redeker
Dr. Dorothea Redeker ist seit 2007 selbstständige Branchenberaterin für die Buch- und Medienwelt. Nach ihrem Chemie- und Geographiestudium an der Rheinischen Friedrich-Wilhlems-Universität in Bonn arbeitete sie in verschiedenen Positionen bei Softwarehäusern und Informationsdienstleistern, u.a. als Marketingleiterin und Geschäftsführerin bei der Chemical Concepts GmbH (heute Wiley-VCH GmbH) und als Vertriebs- und Marketingdirektorin D-A-CH für die Ex Libris Group . Von 2004 bis 2007 leitete sie die Geschäftsstelle des Sortimenterausschusses (Vertretung der Buchhandlungen) im Börsenverein des deutschen Buchhandels e.V.

Jörg Pieper
Schweitzer Sortiment (Zwischenhandel)
Programm Manager Schweitzer Academic;
Geschäftsleitung Schweitzer Fachinformationen
Kamloth&Schweitzer oHG

Dr. Eric W. Steinhauer
Bibliothekar in Hagen
Eric Wilhelm Steinhauer (* 18. November 1971 in Unna) ist einer der prominentesten Bibliotheksjuristen Deutschlands und Vorkämpfer für deutsche Bibliotheksgesetze und Open Access.

Dr. Annette Klein
Bibliothekarin an der UB Mannheim
Leiterin der Abteilung Medienbearbeitung
Bestandsaufbau praktisch elektronisch
Vorträge u.a. zum Thema:
Patron DrivenAcquisition
Bestandsaufbau in Zukunft – Zukunft für den Bestandsaufbau?
CollectionBuilding im elektronischen Zeitalter

Katrin Siems
Vice President Marketing & Sales bei De Gruyter
Das Konzept namens “Patron Driven Acquisition (PDA)” soll “eine Möglichkeit sein, wissenschaftliche Inhalte für Forschungseinrichtungen besonders wirtschaftlich zur Verfügung zu stellen“, sagt Katrin Siems, Vice President Marketing & Sales bei De Gruyter. „Neben unseren Open Access-Angeboten und den traditionellen Vertriebsmodellen über Kauf und Abonnements wollen wir gemeinsam mit dem Forschungszentrum Jülich und anderen Partnern testen, wie diese Modelle möglichst kundenfreundlich umgesetzt werden können.“

Podcasts – Ein Weg zur Vermittlung von Fachinformation?

Zugleich im Blog der Buchmesse Frankfurt.

Am Rande der Buchmesse habe ich mich in der Halle 4.2 mit Alexander Kurz getroffen, um über Wege zu sprechen, Fachinformation via Podcast zu vermitteln. Herr Kurz ist einer der Pioniere der deutschen Podcasting-Szene und der Kopf hinter den Internetangeboten namhafter Spitzenpolitiker.

Ronald Kaiser: Herr Kurz, was ist eigentlich Podcasting und wo liegt der Unterschied zum Downloadangebot einer normalen Audio- oder Videodatei?

Alexander Kurz: Das besondere an einem Podcast ist – einfach gesagt – dass man Mediendateien jeder Art, also z.B. Audio- oder Videodateien durch diese Technik bequem abonnieren kann.

Ronald Kaiser: Was ist notwendig um Podcasts zu produzieren?

Alexander Kurz: Die technischen Voraussetzungen sind im Grunde sehr gering. Für einen Audiopodcast reicht ein Computer mit Mikrofon und einfacher Audiosoftware für Aufnahme und Schnitt aus. Videopodcasts erfordern eine Webcam oder Videokamera sowie Videoschnittsoftware. Je nach persönlichem Anspruch kann man den Grad der Professionalität sehr flexibel skalieren. Wer sich mit der Gerätschaft gut auskennt, kann dabei für erstaunlich wenig Kapitaleinsatz sehr professionelle Videos gestalten. Die produzierten Mediendateien müssen dann noch, verknüpft mit einer speziellen Indexdatei (dem RSS-Feed), auf einem Webserver bereitgestellt werden und schon kann man weltweit „senden“.

Ronald Kaiser: Wie kann man mit den geschaffenen Inhalten möglichst viele Menschen erreichen?

Alexander Kurz: Ein guter Startpunkt ist beispielsweise den eigenen Podcast bei iTunes anzumelden, das geht recht einfach mit wenigen Klicks und empfiehlt sich dringend, da dort das größte potentielle Publikum anzutreffen ist. Zudem sollte ein Podcast über die eigene Webseite oder einen Blog erreichbar sein, um Nutzer anzusprechen, die iTunes nicht nutzen, oder per Zufall über Suchmaschinen kommen.

Ronald Kaiser: Wie hat es sich ergeben, dass Sie so früh diesen Trend erkannt haben?

Alexander Kurz: 2005 kam Podcasting in den USA auf und es schien mir eine gute Idee zu sein, diese Idee aufzugreifen.

Ronald Kaiser: Fachinformationen sind sehr vielfältig. Welche Chancen sehen Sie, diese in Podcastform zu verpacken?

Alexander Kurz: Das Tolle beim Podcasting ist, dass man mit verhältnismäßig geringem Aufwand gezielt sehr spezielle Interessentengruppen ortsunabhängig ansprechen kann. Es ist wie bei Wirtschaftsgütern: Wenn man weiß, was die Kunden wollen, dann wird man auf dem Markt Erfolg haben. Man sollte sich deshalb vorher sehr genau fragen, wen man erreichen will und wie man die Inhalte für die eigene Zielgruppe am sinnvollsten aufbereitet.

Ronald Kaiser: Könnten sich auch neue Zielgruppen ergeben?

Alexander Kurz: Durchaus! Podcasts werden i.d.R. für jeden zugänglich im Internet bereitgestellt und warten somit nur darauf entdeckt zu werden. Die Chance, Informationen direkt an den Endkunden senden zu können, sollte man sich nicht entgehen lassen.

Ronald Kaiser: Zum Abschluß. Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

Alexander Kurz: „Nerd Attack! Eine Geschichte der digitalen Welt vom C64 bis zu Twitter und facebook“ von Christian Stöcker

Darf Wissen etwas kosten?

Zugleich im Blog der Buchmesse Frankfurt.

Kann und darf Wissen in einer Informationsgesellschaft ein Preisschild haben? Das Wissen nicht kostenlos geschaffen werden kann, darüber waren sich die Podiumsteilnehmer schnell einig. Wie und wo dieses dann aber gespeichert werden soll, um dann Verbreitung zu finden, war dafür schwer umstritten.

Sollen zukünftig Wissenschaftsautoren, die vom Steuerzahler bezahlt werden, ihr produziertes Wissen, welches sich in Zeitschriftenartikeln manifestiert, Open Access stellen und wo ist dann die Rolle und Existenzberechtigung der Fachzeitschriftenverlage? Wollen die Autoren überhaupt in eine Wissens-Cloud und bietet Open Access auch die Verdichtungsleistung und Qualitätssicherung, welche von Fachverlagen als Argument für ihr etabliertes Geschäftsmodell ins Feld geführt wird? Sinken die Kosten für die Publikation in der Wissenschaft wirklich, oder wird der Wegfall der Druck und Verlagskosten auf der anderen Seite wieder durch neue Geschäftsgänge auf der online Seite ersetzt? Ist es überhaupt möglich, in einer sich immer schneller bewegenden Wissensgesellschaft die bestehenden Publikationsmedien und –wege beizubehalten oder sind wir nicht vielmehr in einer Zeit angelangt, in der sich Menschen in der Jagd nach Informationen immer dem schnellsten Informationsmittel anvertrauen.

Die Veranstaltung auf der Sparks Stage in der Halle 4.2 sorgte nicht nur für volle Stuhlreihen, sondern zeigte einmal mehr auf, dass sich die Geschäftsmodelle der Wissenschaftsverlage sich in einer Umbruchzeit befinden und Land noch nicht wirklich in Sicht ist. Eine Konsolidierung der Lage wird sich wohl erst dann abzeichnen, wenn sich die Autoren entschieden haben. Wollen sie ihr wissenschaftliches Schaffen frei zugänglich machen und auf diesem Weg das eigene Renommee aufbauen, oder setzten sie auf bekannte Publikationsmodelle, die in einer digitalen Welt Adaption finden.

Diskussion verpasst?
Die komplette Disskussion können Sie hier komplett nachhören. (56 MB)

Auf dem Podium

Jimmy Schulz (MdB, FDP), Dr. Albrecht Hauff (Thieme Verlagsgruppe), Dr. Konstantin von Notz (MdB, Bündnis 90/Die Grünen), Constanze Kurz (Chaos Computer Club), Moderator Dr. Torsten Casimir v.l.n.r. Jimmy Schulz (MdB, FDP), Dr. Albrecht Hauff (Thieme Verlagsgruppe), Dr. Konstantin von Notz (MdB, Bündnis 90/Die Grünen), Constanze Kurz (Chaos Computer Club), Moderator Dr. Torsten Casimir(Chefredakteur „Börsenblatt“)

Deutsche Digitale Bibliothek – Vision und Realität

 Zugleich im Blog der Buchmesse Frankfurt.

Vertreter aus Archiven, Bibliotheken, Ministerien, Verlagen und Wirtschaft diskutierten zum aktuellen Stand der deutschen Digitalisierungsstrategie am Hot Spot in der Halle 4.2. Wo stehen wir?, Wie geht es weiter?, Wer finanziert?, Wer stellt was bereit? Sind Public Privat Partnership Modelle ein Teil der Lösung?

Unter der Moderation von Mirko Smiljanic, Wissenschaftsjournalist für öffentlich-rechtliche Hörfunksender, u.a. WDR, DLF, SWR entspann sich eine rege Diskussion.

Dr. Gerald Maier sieht in der DDB einen Weg den Datenschatz der Archive zu heben und so neue Nutzerkreise zu erschießen und auch Matthias Ulmer ist dem Projekt nicht abgeneigt. Auch Verlage könnten ein Interesse daran haben ihre Inhalte in einem PPP Modell auf einem staatlich betriebenen Portal anzubieten. Wie der Bibliotheksinhalt aussehen könnte ist sich Dr. Rolf Griebel sicher. Hierzu stehen die Vorgaben der DFG fest. Zudem müsste der Weg beschritten werden schon bestehende Ansätze vor allem intensiver weiter zu verfolgen. Ob es wirklich möglich ist alle mit Urheberrechten behafteten Werke in die DDB am Start einzubringen stellte Rolf Rasche infrage und empfahl diese besser außen vor zu lassen um sich nicht zu verheben. Zudem sprach er offen die Problematik der in Digitalisierungsprojekten häufig nicht beachteten erheblichen Kosten der Erschließung an. Je nach Erschließungstiefe ist hier mindestens noch einmal der gleiche Betrag wie für die reine Digitalisierung anzusetzen. Spannend wird sicher die Umsetzung der von Wendelin Bieser angekündigten Einrichtung von Fachforen in der DDB sein. Diese sollen den Nutzern die Möglichkeit geben sich sowohl auszutauschen als auch zu beteiligen.

Diskussion verpasst?
Die komplette Disskussion können Sie hier komplett nachhören. (112 MB)

Kurzbiografien der Podiumsteilnehmer:
Bibliotheken:
Dr. Rolf Griebel
Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek

Museen:
Lütger Landwehr , Dipl.-Päd.
Vorstandsvorsitzender DigiCULT-Verbund eG
digiCULT hat die folgende Zielsetzung:
Seit Herbst 2009 ist digiCULT offizieller Partner des Europeana Netzwerkes v1.0.

Archive:
Dr. Gerald Maier
Referatsleiter und stellv. Abteilungsleiter am Landesarchiv Baden-Württemberg Bundesratsbeauftragter für “Digitalisierung und Online-Zugänglichkeit kulturellen Materials und dessen digitaler Bewahrung”

Ministerium:
Wendelin Bieser
Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)
„Fachliche Gesamtkonzeption aus Sicht des zuständigen Ministeriums/BKM“

Wirtschaft:
Rolf Rasche
Geschäftsführer der ImageWare Components GmbH in Bonn

Verlage:
Matthias Ulmer
Geschäftsführer und persönlich haftender Gesellschafter des Verlag Eugen Ulmer, einem Familienunternehmen, das sich seit 1868 der Herausgabe von Fachzeitschriften und Fachliteratur im Bereich der angewandten Naturwissenschaften widmet. Er ist im Vorstand des Verlegerausschusses im Börsenverein des Deutschen Buchhandels und befasst sich dort schwerpunktmäßig mit dem Thema Digitalisierung und dem Dialog mit Bibliotheken. Ulmer wurde 1964 geboren.

Fachinformation hat ein Zuhause

Zugleich im Blog der Buchmesse Frankfurt.

Nur noch wenige Tage gehen ins Land. Dann ist es wieder soweit und die Tore der Frankfurter Buchmesse öffnen sich und erlauben in der Halle 4.2 einen Blick in die Welt der Fachinformation.

Informationen zum Leben zu erwecken ist kein leichtes Unterfangen, denn das Angebot an Fachinformation ist für den Laien kaum zu überblicken und beeindruckend zugleich. Wer sich auf die Reise begibt, findet statistische Daten von der Lebenserwartung bis hin zum Industrieverbrauch. Kann eintauchen in die Welt der chemischen Formeln oder Gensequenzen und Kristallstrukturen in 3 D bewundern. Sich aus juristischen Datenbanken fachkundig machen oder die Volkswirtschaft in Zahlen durchdringen. Überprüfen, ob die Erfinderidee schon jemanden anderen auf dem Globus gekommen ist und sich bei der Umsetzung dieser gleich an Industrienormen orientieren. Die Welt der Fachinformation ist so vielfältig wie das Leben und spannend zugleich.

Die Fachinformation an einem Ort greifbar zu bekommen ist keine leichte Aufgabe für die Aussteller. Wie soll ein heute immer mehr nur noch virtuelles Gut den Interessenten präsentiert werden? Wie lässt sich der Umfang der dargebotenen Informationsressource auf einigen Quadratmetern Ausstellungsfläche illustrieren? Welche Wege finden sich die Qualität unter Beweis zu stellen? Wie kann der Aussteller auf die Relevanz von Informationsquellen für die Kunden hinweisen und dem Glauben entgegentreten, alles lasse sich sowieso bei Google oder an anderer Stelle im Internet finden?

Pauschalantworten lassen sich hierzu nicht geben und dies ist auch gut so, denn jedes Informationsprodukt lebt letztendlich von seinen Besonderheiten. Es wird eben ein Gut angeboten, welches das Internet heute eben noch nicht vollumfänglich auf Knopfdruck liefern kann. Beispielsweise das Vertrauen in die Informationsqualität, welche durch die Datenbankproduzenten, Hosts und Verlage repräsentiert wird. Alleinstellungsmerkmale herauszubilden und diese offensiv zu vertreten, ist eigentlich ein altes Geschäft für die im Bereich der Fachinformation Tätigen. In Web 2.0 Zeiten ist dies aber notwendiger denn je, da sich viele Informationsnutzer zumeist schon mit oberflächlichen Informationen zufrieden geben und auf dieser Basis dann auch Fehlentscheidungen herbeiführen. Auch die Informationsvermittlung sowie die Unterstützung dieser in den Informationsprodukten muß daher ein Kernanliegen sein und wo noch nicht geschehen, werden. Neben den etablierten Methoden gilt es hier áuch neue Wege zu beschreiten und neben Social Media und dem beliebten Facebookzug auch andere Formen des Web 2.0, wie Podcasts, zu berücksichtigen und sich offen auch für andere Ideen, wie z.B. für Serious Games, zu zeigen. Die Wissensrepräsentation ist aber nicht nur eine Frage des Verkaufs, sondern auch der dargebotenen Daten. Dateninseln allein anzubieten, ohne eine Schnittstelle zu anderen Informationen, macht heute immer weniger Kunden glücklich. Kunden möchten mit den Daten arbeiten, sie speichern, in neue Kontexte stellen oder um eigene Daten anreichern, um einen eigenen Information Cube zu bauen.

Bei alledem darf aber etwas nicht vergessen werden. Trotz Web 2.0 und dem virtuellen Raum, oder vielleicht sogar genau deswegen, erfreut sich das persönliche Gespräch noch immer großer Beliebtheit. Egal ob zur Informationsvermittlung oder zur Information über die Fachinformationsprodukte. Hierzu ist an den Messetagen viel Gelegenheit und auch ich werde mich ins Getümmel stürzen und freue mich auf viele Fachgespräche und Anregungen.

Interview mit Svein Arne Tinnesand - Politisches Engagement und Medienpräsenz

Ronald Kaiser zusammen mit Prof. Dr. Wolfgang Ratzek : Politisches Engagement und Medienpräsenz. In: B.I.T.online 3/2011 S 263.
(Onlinezugang nur für Abonnenten der Fachzeitschrift)

Um mutig dorthin zu gehen, wo niemand zuvor gewesen ist

Demnächst erscheint von Ingo Caeser das Buch “iPolitics und Partipitzion Möglichkeiten politischer Beteiligung im Netz.” im Simon Verlag für Bibliothekswissen. Lesen Sie das hochaktuelle Nachwort von Ronald Kaiser.

Um mutig dorthin zu gehen, wo niemand zuvor gewesen ist

Das Internet, unendliche Weiten…. Wir schreiben das Jahr 20 nach der Erfindung des World Wide Web, einer Idee, die die Welt verändert hat. Schauen wir uns die Entwicklung einmal genauer an. Das Internet besteht nicht nur wie vielfach angenommen, aus dem World Wide Web, sondern aus den verschiedenen Diensten wie z.B. E-Mail. Aber auch Datenübertragungsdienste beispielsweise mittels des File Transfer Protocol (FTP) oder Chat und Telefondienste laufen durch die Datenströme, die jeden Tag in Tiefseekabeln die Welt umrunden. Und selbst der entlegenste Winkel der Erde wird für zahlungskräftige Kunden noch durch nahezu omnipräsente Kommunikationssatelliten erschlossen. Am Rande bemerkt, die Domäne auch noch vom entlegensten Winkel der Erde kommunizieren zu können, war schon vor der Satellitenzeit durch den Kurzwellenfunk besetzt. Der Radio Free Europe und der Rundfunksender RIAS sind dafür bekannte Beispiele.

Aber wie sieht das Internet aus? Die Technik aus Modems, Routern & Routingtabellen, Switches, Protokollen, IP-Adressen, Richtfunkstrecken und Servern verschiedenster Art und Funktion zu beschreiben, wäre nicht zielführend. Vielmehr geht es darum, die Inhalte, Funktionen und Dienste zu erfassen und zu verstehen. Und dies ist nicht einfach, da das Netz neben der Sprachhürde auch rechtliche und kulturelle Grenzen kennt, sowie allein schon die unterschiedliche Zugangsmöglichkeit der Nutzer zum Netz trennende Elemente sind. Dies führt nicht nur zu inselhaften Entwicklungen wie die der größten chinesischen Suchmaschine Baidu, die im Rest der Welt zum heutigen Stand noch nahezu unbekannt ist. Auch Inhalte bewegen sich innerhalb diesen Grenzen und sind trotz der globalen Vernetzung nur rudimentär miteinander verbunden. Möglichkeiten diese aufzuweichen, bieten Soziale Netze, Suchmaschinen aber auch Projekte wie die Europäische Digitale Bibliothek Europeana.

Soziale Medien und die Natur des Netzes

Soziale Medien im Internet sind weit älter als es die Facebookwelle, die aktuell im Blickpunkt der Betrachtung steht, vermuten läßt. Diskussionsforen, Newsgroups und das Usenet zählten schon zu einem Zeitpunkt zum Netz, als Mark Zuckerberg, Gründer von Facebook, noch nicht einmal geboren war. Kommunikation und Austausch waren Grundideen des Netzes. Was sich verändert hat, ist die Qualität. Während in den Anfängen nur reiner Text in der Kommunikation möglich war, kamen später Möglichkeiten des Austausches von Bildern und anderer multimedialer Inhalte hinzu. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch die Standardisierung von Schnittstellen, Protokollen und Datenformaten bis zu einem Punkt, an dem es nahezu jedermann auch mit geringen Vorkenntnissen möglich war und ist, Inhalte als Nutzer selbst zu erstellen und mit dem Netz zu teilen. Zeitgleich erhöhte sich die Kommunikationsfrequenz zugunsten von online gestützten Kommunikationsangeboten, die zu einer Explosion des Informationsangebots im Netz führte.

Die Quantität der präsenten Informationen, zusammen mit der Entwicklung vom Netz der Experten zum Netz für alle, wandelte die Nutzeranforderungen hinsichtlich der Medien- und Informationskompetenz. Die Kultur der im Internet vorherrschenden Anonymität wurde ein wichtiger Bestandteil des Netzes. Daher ist es wichtig, diese Realität im Netz und das Bedürfnis der Bürger nach Schutz ihrer Privatsphäre akzeptieren und diese sogar zu befördern. Das bedeutet für die Diskussion, den Begriff der Anonymität nicht mit einer Unidentifizierbarkeit zum Beispiel durch Strafverfolgungsbehörden zu verwechseln. Die Anonymität ist nicht nur in Diktaturen von Bedeutung, sondern auch in Deutschland, zeigt sich anhand naheliegender Beispiele, Bereiche, die durch die Anonymität das Internet zu einem Netz der freien Informationen machen. Beispielsweise muss es möglich sein, dass sich Betroffene auch Online in Selbsthilfegruppen organisieren können. Der Schutzbedarf gegenüber Arbeitgebern und dem privaten Umfeld liegt auf der Hand. Auch der Schutz von Minderjährigen im Netz wird durch die Anonymität berührt. So können sich diese gegenüber Straftätern im Internet mit Pseudonymen z .B. in Chatrooms oder sozialen Netzwerken schützen. Diese Liste ist fast beliebig fortsetzen. Dies scheint den im Onlinethemen weniger bewanderten Politikern nicht immer bekannt zu sein. Ohne Pseudonym im Internet unterwegs zu sein bedeutet nicht, dass diese unidentifizierbar wären. Die IP Spuren sind weiterhin von den Ermittlungsbehörden verfolgbar. Nur muss sich das Ermittlungstempo der Netzgeschwindigkeit anpassen, damit die Spuren noch verfolgbar bleiben. Aber der Themenkomplex Vorratsdatenspeicherung, Quick Freeze etc. soll hier nicht das Thema sein.

Das Eintreten mit „offenem Visier“ unter Benennung des Namens für die eigene differenziert darzustellende Meinung in Blogs wurde erst kürzlich auf dem Hintergrund des Terroranschlags vom 22. Juli 2011 in Norwegen auf das Regierungsviertel und einen Jugendcamp mit rund 80 Toten durch die Politik eingefordert. Das Internet ist nicht mehr ein Kommunikationsmedium der Wenigen sondern der Vielen. Von der Gesamtbevölkerung  Ausgewogenheit abzuverlangen, was selbst den Massenmedien nicht gelingt, scheint unrealistisch. Vielmehr war und ist das Internet ein Medium, welches eben nicht wissenschaftlich oder journalistisch korrekt arbeitet, sondern ein Netz der Individualmeinungen, die sich u.a. in Blogbeiträgen manifestieren. Weltweit, und nur so würde das neue System funktionieren, zu verlangen, dass sich alle Nutzer des Internets identifizierbar machen und für ihre zum Teil sehr einseitig formulierte Meinung einstehen, ist utopisch und der Mehrwert, zudem in der Informationsflut sehr begrenzt. Hier verliert sich ein Weltbild, da Politiker es gewöhnt sind, mit allen ihren Aussagen und jedem Handeln zumindest in der Medienöffentlichkeit für ihr Tun einzustehen. Aber so funktioniert leider das Internet nicht.

Was machen wir mit den undifferenziert geäußerten Meinungen? Sind diese nicht gefährlich, wenn sie unreflektiert im Internet stehen? Werden Menschen nicht zu Extremisten,wenn sie solche Texte im Internet lesen können? Jeden Sonntag ist ein mehr oder weniger guter Tatort in der ARD zu sehen. Und trotz der gezeigten Morde ist die Anzahl dieser Verbrechen im Land relativ gering. Eine persönliche Anmerkung: „Dies liegt sicher auch an der guten Arbeit der TV Kommissare“. Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich, aber es macht deutlich, dass andere Kompetenzen gefragt sind, um sich mit Inhalten auseinander zu setzten. Beispielsweise sollte nach den vielen guten Worten auch in der Enquete Kommission, endlich das Thema Medien und vor allem Informationskompetenz nicht nur auf dem Stundenplan stehen, sondern auch in den Schulen und der Gesellschaft gelebt werden. So wäre es wünschenswert, dass Volkshochschulen hier Angebote an die breite Bevölkerung richten. Dies ist ein Handlungsfeld, welches die Kommunalpolitik aufgreifen könnte. Spezialisten z. B. in den Bibliotheken und Kreismedienzentren sind ja allerorten vorhanden.

Politik & Internet und Bürgerbeteiligung

Die Entwicklung des Internets ist bei einer neuen Dimension der Partizipation angelangt. Während bislang Dienste wie Google, Amazon, eBay und Spiegel Online eine zumindest gefühlte Monopolisierung anstrebten, hat sich eine neue Generation von Anwendungen, die sich unter dem Namen Web 2.0 subsumieren, in kürzester Zeit etabliert. Für viele Nutzer ist die wohl bekannteste partizipative Anwendung des Netzes, die Wikipedia. Auch der Wahlkampf der ersten Präsidentschaftswahl von Barack Obama in den Vereinigten Staaten zeigt uns beispielhaft, wie sich das Mitmachnetz zur Ansprache neuer Wähler/Kundengruppen eignet und welche enormen Bindungskräfte entstehen, wenn die Nutzer auf diesem Weg angesprochen werden. Die Obama-Welle wäre wohl ohne die neuen Möglichkeiten des Netzes nicht denkbar gewesen.

In Deutschland ist vielfach noch zu beobachten, dass das Netz als Abdruckstation für Pressemitteilungen und Statements verstanden wird. Der Podcast der Bundeskanzlerin vergleichbar einer Neujahresansprache ist dafür ein gutes Beispiel. Der direkte Austausch über Soziale Netze findet nur begrenzt statt. Ein Raunen ging durch die Presselandschaft in Berlin, als die Hauptstadtpresse erfuhr, dass der Regierungssprecher Steffen Seibert nun auch über Twitter kommuniziert. Einige Journalisten sahen wohl schon ihre „Felle davonschwimmen“ und hatten Angst, ihren aus ihrer Sicht exklusiven Zugang zur Information einzubüßen. Doch dieser existiert schon längst nicht mehr. Den ersten Bericht über eine Militäraktion die zur Ergreifung von Osama bin Laden führen sollte, konnten Interessierte beim Kurznachrichtendienst Twitter verfolgen. Das Netz reagiert schnell. Die Qualität des Journalisten liegt dann aber im Einordnen, der Bewertung und dem Aufbereiten von Information und nicht in der Berichterstattung von: “Es passiert irgend etwas“, O-Ton des Nachrichtensenders N-TV bei der Landung des letzten Space Shuttles. Moderatoren, die nun Twittermeldungen vorlesen, zeigen nur, dass die Programmverantwortlichen nicht das Medium Internet begriffen haben.

Aber zurück zum politischen Geschehen. Politiker sind damit konfrontiert, immer mehr Kommunikationskanäle in immer höherer Geschwindigkeit mit Inhalten bedienen zu müssen. Gleichzeitig sollte die Spezifikation des Kommunikationsmediums eingehalten werden. Die zunehmend einfacher zu bedienende und vor allem mobile Kommunikationstechnik kommt auch den politisch Handelnden zugute. So lässt sich schnell eine Facebookmeldung von unterwegs absetzen und gleich mit einem Bild der Veranstaltung abrunden. Ob dies automatisch zu mehr Bürgernähe führt, ist aber zu bezweifeln.

Ein klassischer Fall eines weiteren Kommunikationskanals ist abgeordnetenwatch.de. Auf dieser Plattform wird nicht nur das Abstimmungsverhalten in den Parlamenten dokumentiert, sondern auch Bürger haben die Möglichkeit, Fragen an die Abgeordneten einzureichen. Diese sollen dann, so die Idee der Macher, öffentlich eine Antwort abgeben und damit ihrem Handeln Transparenz verleihen. Einmal davon abgesehen, dass es für die Fragesteller nicht immer positiv ist, wenn alle Fragen z.B. zur eigenen HartzIV Situation öffentlich beantwortet werden sollen, stellt sich auch die Frage, welche Legitimation solch eine Plattform hat, die wie in diesem Beispiel durch einen Verein getragen wird.

Das Netz wirft eine Reihe an Fragen für die politische Klasse auf. Reagieren und regieren Politiker als Repräsentanten ihrer Wähler und des Volkes nun anders, wenn sie durch die Bürger direkt beobachtet werden können, als nur durch die Medien? Ist der mögliche Schaden durch ein falsches Posting nicht vielleicht größer als der Gewinn durch mehr Transparenz für den einzelnen politisch Handelnden? Kann der einzelne politische Entscheider beurteilen, ob an ihn ein berechtigtes Anliegen herangetragen wird oder nur ein „Shitstorm“ im Gange ist. Sind die Bürger, die zu einer Onlineabstimmung aufgerufen wurden, wirklich der Meinung, dass es einen Tunnel mit dem Namen Bud Spencer geben muß wie in Schwäbisch Gmünd geschehen oder ist eine Kampagne im Laufen, die dem Bürgerwillen nicht entspricht?

Diesen und noch vielen weiteren Fragen muß sich nun die Politik stellen. Bislang hinterlässt sie einen noch durchwachsenen, dafür aber lernfähigen Eindruck.

Social Media und die Revolution

Was haben die Bürger in der ehemaligen DDR nur ganz ohne Facebook gemacht, um die friedliche Revolution herbeizuführen, die dann in der Deutschen Einheit endete. Diese Frage stellen sich viele, wenn sie die Bilder des Arabischen Frühlings sehen, der bislang zur Ablösung der Regime in drei Ländern geführt hat. Vermutlich liegt die Antwort in der Geschwindigkeit der Prozesse. Revolutionen sind letztendlich nichts anderes als ein Wendepunkt, an dem die Masse der Menschen ihr Anliegen nicht mehr zurück hält und auch unter Berücksichtigung oder Verdrängung möglicher eigener Nachteile, dafür eintritt. Hierfür sind Kommunikationsprozesse notwendig, die sich in Facebook- und Twitter- Zeiten auf Onlinedienste, als bürgernahes Massenkommunikationsmedium, verlagern. Zu früheren Zeiten war die Demonstration das Mittel der Wahl.

Von der Bibliothek zum Netz der Information

Was machen Bibliotheken als klassischer Ort des Gedankenaustausches im Web 2.0 Zeit, sobald die Angst vor Funkwellenstrahlung verloren ist? (In Paris stellten viele öffentliche Bibliotheken 2007 die W-Lans Aufgrund von Gesundheitsbedenken ab). Sie versuchen mitzumachen. Neben Einführungskursen in die digitale Welt werden die Medien, soweit nicht schon so produziert, digitalisiert, katalogisiert und den Nutzern zugänglich gemacht. So wertvoll diese Arbeit auch im Einzelnen ist, insbesondere bei historischen Beständen, so spannend ist doch die Frage, was letztendlich die Bibliotheken neben der Zählung der nun digital gewordenen Besucher von dieser Entwicklung haben. Die Summe der klassischen Bibliothekarischen Elemente der Erschließung ist allein schon aufgrund seiner Größe für das Internet ungeeignet. Bibliothekarische Einrichtungen reagieren mit qualitativ von Menschenhand erstellten Linklisten, die bei genauerer Betrachtung Maßnahmen zur Arbeitsbeschaffung sind. Über die Zeit der Webverzeichnisse sind moderne Suchmaschinen inzwischen hinweggegangen und schaffen mit nicht immer transparenten Indizierungs- und Bewertungsverfahren den Zugang zur Information im Netz. Genau hier könnte ein Angriffspunkt für Bibliotheken als Ort der Information liegen. Die Schaffung einer Informationsarchitektur, auch im Netz, setzt Fähigkeiten voraus, die über Jahrhunderte im Bibliotheks- und Informationswesen entwickelt wurden. Nun gilt es diesen Sachverstand auch in die Onlinewelt einfließen zu lassen und über bisherige Hürden der einzelnen kleinteiligen Institutionen und deren Träger zu springen, um die Welt der Information jedermann zugänglich zu machen und die Zukunft auch des Webs zu gestalten. Hierfür bedarf es einer grundlegenden Qualifizierungsoffensive, einer gepflegten Struktur und einer interdisziplinären Zusammenarbeit mit anderen Forschungsgebieten, um mutig dorthin zu gehen, wo niemand zuvor gewesen ist.


Polnische
Übersetzung

Isc odwaznie tam, gdzie nikogo wczesniej nie bylo

Internet, bezgraniczne rozmiary… Postaramy sie przyblizyc rok 2000, czyli czasy po wynalezieniu World Wide Web, co radykalnie zmienilo swiat. Przyjrzyjmy sie dokladniej temu rozwojowi. Najpierw zostanmy przy tym, ze internet sklada sie nie tylko z World Wide Web, ale takze obejmuje róznorodne uslugi jak ta, obok WWW najbardziej znana, a mianowicie E-mail. Takze uslugi transmisji danych, przykladowo przy pomocy File Transfer Protocol (FTP) czy Chatu i uslug telefonicznych, sa osiagalne nawet w najbardziej odleglym zakatku ziemi. Warto zaznaczyc, ze komunikacja przez internet byla juz mozliwa wczesniej przez krótkie fale, zanim nastala doba internetu.

Jak wyglada funkcjonowanie internetu? Nie jest niestety proste pojac zasady funkcji i uslug internetu, gdyz w sieci napotyka sie czesto na prawne i kulturowe granice jak równiez nie kazdy ma jednakowa mozliwosc dostepu do sieci. To prowadzi m. in. do rozwoju np. najwiekszej chinskiej wyszukiwarki Baidu, która jednak jeszcze nie jest znana na calym swiecie. W sieci mamy bowiem do czynienia z tresciami, które jednak mimo globalnego polaczenia sieciowego sa ze soba slabo powiazane. Przeciwdzialaja temu wlasnie portale spolecznosciowe, wyszukiwarki oraz projekty takie jak Europejska Digitalna Biblioteka Europeana.

Portale spolecznosciowe i natura sieci

Spolecznosciowe media w internecie sa duzo starsze niz obecnie kaze nam przypuszczac Facebook. Fora dyskusyjne, grupy dyskusyjne lub usenet znano juz wówczas, gdy Marca Zuckerberga, zalozyciela Facebooka, jeszcze nie bylo na swiecie. Komunikacja i wymiana mysli od zawsze przynaleza do elementów sieci. Co sie zmienilo, to jakosc owej komunikacji. Podczas gdy na poczatku mozliwe bylo w komunikacji wyslanie tylko czystego tekstu, tak pózniej doszla wymiana obrazów i innych multimedialnych tresci. Ten rozwój byl i nadal jest faworyzowany przez standardyzacje interfejsów, protokolów i formatów danych jak równiez przez sporzadzanie tresci przez uzytkowników i wstawianie ich do sieci. Jednoczesnie nastapilo zwiekszenie frekwencji komunikacyjnej na rzecz komunikacyjnych ofert wspartych online, które doprowadzily do eksplozji oferty informacyjnej w sieci.

Ilosc obecnych informacji wraz z rozwinieciem sie sieci ekspertów do sieci dla wszystkich zmienila zapotrzebowania uzytkowników co do kompetencji medialnej i informacyjnej. Poza tym kultura panujacej obecnie w internecie anonimowosci zaczela przynalezec do sieci. Stad wazne jest, by akceptowac ochrone sfery prywatnosci w sieci, a nawet ja wspierac. Nie nalezy wymiennie uzywac pojecia anonimowosci z innymi pojeciami. Ogromne znaczenie zagadnienia anonimowosci w Niemczech widoczne jest w obszarach, gdzie internet staje sie siecia wolnej informacji. Oczywista jest ochrona wobec pracodawców i prywatnego srodowiska. Równiez ochrona osób niepelnoletnich w sieci wynika z potrzeby anonimowosci. Moga sie oni chronic przeciw przestepcom w internecie za pomoca pseudonimów, jak np. na czatach czy na portalach spolecznosciowych.

W ostatnich latach internet stal sie domena wiekszosci. Jest on srodkiem, który nie tylko spelnia sie wlasciwie w pracach naukowych i dziennikarskich, ale równiez jest miejscem, gdzie wyraza sie swoje zdanie, np. na blogach. Utopia nazwac mozna jednak pomysl, by uzytkownicy internetu identyfikowali sie ze swoim imieniem i nazwiskiem i reczyli za swoje zdanie. W taki sposób nie funkcjonuje prawo internetu.

Polityka & internet i udzial obywateli

Podczas gdy serwisy internetowe takie jak Google, Amazon, eBay czy Spiegel Online dazyly do monopolu, upowszechnila sie nowa generacja zastosowan pod nazwa Web 2.0. Dla wielu uzytkowników najbardziej znana jest Wikipedia. Takze kampania wyborcza pierwszych wyborów prezydenckich Baracka Obamy w Stanach Zjednoczonych pokazuje nam przykladowo, jak siec przyczynia sie do kampanii. Popularnosc Obamy bez owych mozliwosci sieciowych nie uzyskalaby tak wielkiego formatu.

W Niemczech daje sie czesto zauwazyc, ze siec internetowa jest rozumiana jako miejsce dla doniesien prasowych i komunikatów. Podcast pani kanclerz Niemiec jest na to najlepszym przykladem. Bezposrednia wymiana przez portale spolecznosciowe odbywa sie nieograniczenie. Wielkie zdziwienie dotknelo media w Berlinie, gdy wyszlo na jaw, ze rzecznik rzadu Steffen Seibert równiez korzysta z Twittera. Przykladowo pierwsza informacja o akcji militarnej, która miala doprowadzic do schwytania Osamy bin Ladena, pojawila sie wlasnie na Twitterze. Siec reaguje bowiem bardzo szybko. Jakosc dziennikarza lezy jednak w porzadkowaniu, ocenie i przygotowaniu informacji, a nie w sprawozdaniu: „Cos sie wydarzylo”. Moderatorzy, którzy odczytuja informacje na Twitterze, pokazuja tylko, ze osoby odpowiedzialne za program nie zrozumieli do konca narzedzia, jakim jest internet.

Powrócmy jednak do polityki. Politycy sa wystawiani na próbe konfrontacji, by coraz wiecej kanalów komunikacyjnych obslugiwac z coraz wieksza predkoscia. Jednoczesnie powinna byc przestrzegana specyfikacja srodka komunikacyjnego. Na dobre wychodzi politykom coraz latwiejsza i przede wszystkim mobilna technika komunikacji. Watpliwa pozostaje jednak kwestia, czy to wychodzi automatycznie w strone obywateli.

Klasyczny przypadek kanalu komunikacyjnego to abgeordnetenwatch.de. Na tej platformie nie tylko dokumentuje sie wyniki glosowania w parlamentach, ale równiez obywatele maja mozliwosc kierowac do poslów pytania. Odpowiedzi na te pytania wg pomyslu twórców powinny byc udzielane publicznie, a wiec tak, by postepowanie poslów bylo jawne.

Siec porusza szereg kwestii politycznej kategorii, ale czy politycy jako reprezentanci swoich wyborców i narodu rzadza inaczej, gdy sa swiadomi tego, ze istnieje mozliwosc obserwowania ich przez obywateli za pomoca mediów? Takie i inne pytania musi postawic sobie polityka.

Spolecznosciowe media i rewolucja

Co takiego uczynili obywatele bylego NRD bez Facebooka, by rozpoczac pokojowa rewolucje, która pózniej skonczyla sie zjednoczeniem Niemiec? To pytanie stawia sobie wielu, kiedy widza Arabska Wiosne Ludów, która jak dotad doprowadzila do obalenia rezimu w trzech krajach. Przypuszczalnie odpowiedzi nalezy szukac w predkosci zachodzacych zmian. Rewolucje nie sa niczym innym jak punktem zwrotnym, w ramach którego wiekszosc ludzi nie odklada swoich interesów na pózniej, tylko stara sie je natychmiast realizowac. Do tego konieczne sa uslugi online jako srodki masowej komunikacji.

Od biblioteki do sieci informacji

Co czynia biblioteki jako klasyczne miejsca wymiany mysli w ramach Web 2.0, skoro tylko zniknal strach przed promieniowaniem fal radiowych? (W Paryzu wiele publicznych bibliotek odstawilo w 2007 roku W-Lans z powodów zdrowotnych). Odpowiedz jest prosta: próbuja wspóldzialac. Obok kursów wprowadzajacych w swiat digitalny media sa digitalizowane, katalogowane i udostepniane uzytkownikom. O ile czynnosci te maja duze znaczenie, szczególnie przy historycznych zasobach, o tyle interesujaca pozostaje kwestia, co zyskuja biblioteki z tego rozwoju. Biblioteczne zasoby nie nadaja sie bowiem z powodu swojej wielkosci, by zamiescic je w internecie.