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30.8.2011 von Ronald Kaiser.
Seit Montag berichte ich im Blog der Frankfurter Buchmesse über Neuigkeiten und Interessantes rund um Buch, Bibliotheken und Information. Zum Auftakt führe ich ein Gespräch mit Rudolf Mumenthaler über E-Books und E-Book-Reader in Bibliotheken.
Ronald Kaiser: In den Vereinigten Staaten hat sich der E-Book Markt gegenüber dem gedruckten schon durchgesetzt. Wann ist es bei uns soweit?
Dr. Rudolf Mumenthaler: Na ja, wie weit dies in den USA tatsächlich geschehen ist, scheint mir noch etwas unsicher. Amazon liefert ja keine detaillierten Zahlen. Und wenn man sieht, dass unter den meistverkauften E-Books doch sehr dünne Werke sind, die man kaum als Buch in einem Buchladen kaufen würde, werden da schon Äpfel mit Birnen verglichen. Im deutschen Sprachraum wird es erst recht noch eine ganze Weile gehen, bis die E-Books die gedruckten Bücher bedrängen können. Das hat nicht zuletzt mit dem immer noch eher dürftigen Angebot an aktuellen Titeln zu tun – und mit dem zu hohen Preis für die Lizenzierung einer Datei.
Ronald Kaiser: E-Book Reader gibt es inzwischen in vielen Ausführungen. Werden diese aber nicht über kurz oder lang von Tablett PC`s abgelöst?
Dr. Rudolf Mumenthaler: Ich gehe davon aus, dass die E-Book-Reader auf der Basis von E-Ink eine Rolle im Tiefpreissegment spielen werden. Einige Kollegen sind begeisterte Nutzer eines Kindle, besonders wegen des angenehm lesbaren Displays. Ich persönlich nutze allerdings ein multifunktionales Tablet, bei dem ich meine E-Books auch zur Hand habe. Amazon selbst soll ja angeblich dieses Jahr noch ein eigenes Tablet lancieren. Damit würde das Pendel dann noch stärker zugunsten der Tablets ausschlagen.
Ronald Kaiser: Müssen Bibliotheken auch Reader ausleihen ? Welche Erfahrungen hat die ETH Bibliothek damit gemacht?
Dr. Rudolf Mumenthaler: Die ETH-Bibliothek leiht die Reader nur insofern aus, als man sie im Lesesaal testen kann. Wir laden also nicht im größeren Stil E-Books auf die Reader und leihen diese dann aus, wie andere Medien. Abgesehen davon, dass dies in der Regel den geltenden Lizenzverträgen widersprechen würde, gehe ich davon aus, dass die Nutzer mit ihren eigenen Geräten in die Bibliothek kommen werden. Es scheint mir also wichtiger und sinnvoller, die E-Books so bereitzustellen, dass sie mit diesen Geräten konsumierbar sind.
Ronald Kaiser: Die Bestandspräsentation ist natürlich auch für E-Medien wichtig. Was macht die ETH in diesem Bereich?
Dr. Rudolf Mumenthaler: Primär setzen wir hier auf unsere neue Suchoberfläche. In unserem Wissensportal (www.library.ethz.ch) können die Online-Ressourcen wie eben E-Books sehr prominent über eine Facette ausgewählt werden. Heute findet man E-Books viel schneller als im alten Katalog. Bei einem Bestand von mittlerweile über 100’000 E-Books wird eine separate Bestandspräsentation etwas schwierig. Wobei wir sicherlich auf der Ebene der fachspezifischen Seiten noch etwas mehr auf dieses neue Medium aufmerksam machen könnten, z.B. mit einer Rubrik „E-Book des Monats“.
Ronald Kaiser: Was könnten Verlage tun, um E-Books noch attraktiver zu machen?
Dr. Rudolf Mumenthaler: Grundsätzlich müssten E-Books billiger sein. Angesichts der beschränkten Rechte und Einsatzmöglichkeiten von E-Books gegenüber gedruckten Büchern, ist der Preis zu hoch. Zudem sollten die aktuellsten Titel sofort auch als E-Books angeboten werden. Das heutige Angebot ist in dieser Hinsicht zu wenig attraktiv.
Weiter plädiere ich für offene Formate. Bei den Wissenschaftsverlagen muss man von der Praxis wegkommen, dass E-Books wie eine Zeitschrift als eine Ansammlung von Einzeldokumenten (Kapiteln vs. Artikeln) angeboten werden, die einzeln heruntergeladen werden müssen. Abgesehen davon, dass dadurch das Lesen von Texten extrem fragmentiert wird, ist das Herunterladen und Organisieren eine mühsame Arbeit für den Kunden.
Die Verlage sollten auch davon wegkommen, einfach eine digitale Version des gedruckten Buchs anzubieten. Schon heute lassen sich multimediale Inhalte und interaktive Elemente integrieren.
Ronald Kaiser: Zum Abschluss noch eine Frage. Welches Buch, egal ob E oder nicht, haben Sie zuletzt gelesen und worum ging es darin?
Dr. Rudolf Mumenthaler: Eine intime Frage… Ich lese ziemlich viel und in sehr unterschiedlichem Kontext. Zur Unterhaltung lese ich gerne Kriminalromane, wobei ich kürzlich den Roman Leopard von Jo Nesbo auf Englisch gelesen habe, da er auf Deutsch noch nicht elektronisch verfügbar war. Momentan lese ich gerade meine alten (gedruckten) Wallander-Krimis wieder, und zwar in der „richtigen“ Reihenfolge. Aus beruflichem Interesse habe ich mir gerade das visionäre Werk von Jaron Lanier „You are not a gadget“ als Kindle E-Book besorgt. Hierin beschreibt der Internet-Pionier, dass es letztlich bei aller Technik um den Menschen geht. Und er sagt: You have to be somebody before you can share yourself.
Rudolf Mumenthaler
Dr. Rudolf Mumenthaler
Nach dem Studium der Geschichte, Russistik und Politologie an der Universität Zürich promovierte er mit einer Dissertation über Schweizer Gelehrte im Zarenreich. 1991-1997 arbeitete er als Assistent am Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte an der Universität Zürich. 1997 wurde er Leiter der Wissenschaftshistorischen Sammlungen der ETH-Bibliothek Zürich, 1999 der Spezialsammlungen. Seit 2009 befasst er sich als Leiter des Bereichs Innovation und Marketing der ETH-Bibliothek mit Innovationsmanagement, betreibt einen Blog und ist aktiv auf verschiedenen sozialen Netzwerken. Setzt sich intensiv mit E-Book-Readern und ihren Einsatzmöglichkeiten in Hochschulbibliotheken auseinander.
Anschrift: ETH-Bibliothek, Leiter Innovation und Marketing, Rämistr. 101, CH-8092 Zürich.
Email: mumenthaler@library.ethz.ch
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20.6.2011 von Ronald Kaiser.
Bericht von den ersten Praxistagen der Deutschen Gesellschaft für Informationswissenschaft und Informationspraxis e.V. (DGI) in Karlsruhe.
Ronald Kaiser: Neugier trifft Erfahrung / DGI-Praxistage in Karlsruhe – Neuer Vorstand gewählt. In: BuB – Forum Bibliothek und Information Heft 6/2011 S.438
(Frei 3 Monate nach Veröffentlichung)
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23.5.2011 von Ronald Kaiser.
Bericht von den ersten Praxistagen der Deutschen Gesellschaft für Informationswissenschaft und Informationspraxis e.V. (DGI) in Karlsruhe.
Ronald Kaiser: „Information: gift or poison? –
Die Kompetenz entscheidet!“. In: B.I.T.online 2/2011 S. 189-190 (Onlinezugang nur für Abonnenten der Fachzeitschrift) „Information: gift or poison? – Die Kompetenz entscheidet!“
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4.4.2011 von Ronald Kaiser.
Heute möchte ich die Gelegenheit nutzen um auf einige neue und daher zum Teil noch wenig bekannte Veranstaltungen im Bibliotheks- und Informationswesen hinzuweisen.
1. DGI Praxistage
Am 7. und 8. April 2011 finden in Karlsruhe die 1. Praxistage der Deutschen Gesellschaft für Informationswissenschaft und Informationspraxis e.V. (DGI) statt. „Unter dem Motto “Information: gift or poison? - Die Kompetenz entscheidet” werden Trends und aktuelle Entwicklungen im Informationsmanagement ins Visier genommen“
Nähere Informationen unter: http://www.dgi-praxistage.de/
Informare!
Erstmals wird in diesem Jahr auch die Informare! das Licht der Welt erblicken. Vom 3. - 5. Mai 2011 wird in Berlin unter dem Motto: „Mehr WISSEN. Besser Entscheiden.“ ein spannendes Programm geboten.
“Mit der Informare! - einer neuen Veranstaltung in einem innovativ-kreativem Format mit Konferenz, Media Lab, Camp und einer langen Nacht der Suchmaschinen werden vom 3. - 5. Mai 2011 in Berlin die drängenden technischen, organisatorischen, politischen und gesellschaftlichen Fragen der Informationsbereitstellung, Informationsbeschaffung und Wissenvermittlung im digitalen Umfeld einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Bereits vorhandene Lösungen und Kompetenzen der professionellen Informationsbranche werden vorgestellt.“ (Von der Internetseite des Veranstalters)
Nähere Informationen unter: http://informare-wissen-und-koennen.com/
frei<tag> – Bibliothekswissenschaftliche Unkonferenz
Im Anschluß an den Bibliothekartag bietet sich die besondere Gelegenheit am 10.06.2011 von 14:00 bis 19:00 Uhr am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin eine Unkonferenz mit dem Titel „frei<tag> – Bibliothekswissenschaftliche Unkonferenz“ zu besuchen.
Erste Informationen unter: http://libreas.wordpress.com/2011/03/10/ankundigung-freitag-bibliothekswissenschaftliche-unkonferenz/
http://libreas.wordpress.com/freitag/
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9.3.2011 von Ronald Kaiser.
Ronald Kaiser zusammen mit Prof. Dr. Wolfgang Ratzek : Interview mit MdB Dorothee Bär. In: Information. Wissenschaft und Praxis 1/2011 S. 63 - 64
Download IWP 1(2011) - Nur für Abonnenten
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8.3.2011 von Ronald Kaiser.
Ronald Kaiser zusammen mit Prof. Dr. Wolfgang Ratzek In: B.I.T.online 1/2011 S.61-62 (Onlinezugang nur für Abonnenten der Fachzeitschrift)
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6.3.2011 von Ronald Kaiser.
Katechismus der Bücherei
kommentiert von Ronald Kaiser
2011, 77 Seiten, kart.
ISBN 978-3-940862-28-0
17,00 €
Simon Verlag für Bibliothekswissen
Katechismus würde man dieses Gespräch zwischen zwei Profis nicht nennen; eher eine leidenschaftliche Diskussion um ethische Ziele der Bibliotheksarbeit. Paul Ladewig, geb. 1858 schrieb den Katechismus 1914, Ronald Kaiser, geboren 1980 erwarb sich die ersten beruflichen Meriten mit Library 2.0: Libraries in the Age of Web 2.0: Challenges, Perspectives and Visions (2011 in Englisch). Heinz Buchmüller, langjähriger Geschäftsführer des bvö, Wien begleitet das Büchlein mit einem Vorwort und ist Jahrgang 1939. Alle drei sind sich nie begegnet und konnten sich auf Grund der verschiedenen Lebenszeiten nie begegnen. Und doch macht dieser zugegeben mitunter in der Wortwahl altmodische Katechismus eine fachliche und kollegiale Basis sichtbar, die erstaunlich ist und noch heute begeistert. Man würde sich wünschen, diese drei Kollegen an einem Tisch, an einem Bibliothekartag zu sehen. Geht nicht! Aber das Buch vermittelt eine Ahnung von einer möglichen beruflichen Spannung.
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17.1.2011 von Ronald Kaiser.
Ronald Kaiser, Marlies Ockenfeld, Norbert Skurcz: Wann versteht mich mein Computer endlich? / 1. DGI-Konfernz: Semantic Web & Linked Data – Elemente zukünftiger Informationsinfrastrukturen. In: BuB – Forum Bibliothek und Information Heft 01/2011 S.23
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15.1.2011 von Ronald Kaiser.
Den heutigen 10 jährigen Geburtstag der Wikipedia möchte ich verbunden mit herzlichen Glückwünschen zu einem Blick auf “mein” eigenes Wiki Projekt nutzen. Im August 2007 konnte ich als Mitinitiator die Geburt des B.I.T. Wiki `s begrüßen. Das Wiki Projekt ist ein offenes Online-Wissens-Portal unter GNU Lizens in Form einer Fach-Enzyklopädie für Bibliotheks- und Informationsspezialisten und hat sich mit bislang über 2 Mio. Seitenaufrufen auch als größtes deutschsprachiges Portal dieser Art etabliert und wird bis zum heutigen Tag von mir als Administrator weiter betreut.
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14.1.2011 von Ronald Kaiser.
Im Fachbuchjournal der aktuellen Ausgabe 6/2010 (Dez.10/Jan. 2011) erschien auf S. 23-25 ein Bericht von Helga Bergmann und Vera Münch zur Podiumsdiskussion: “Informationskompetenz in Schule, Studium, Forschung und Beruf.”, an welcher ich im Rahmen der Frankfurter Buchmesse 2010 ebenfalls teilnehmen konnte. Anbei möchte ich auf den Volltext des Berichts verweisen: Zum Download
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